BESCHREIBUNG

          Auf dem Weg nach Norden entsteht durch die zwei grosse Schluchten (Barranco Seco und Barranco La Galga) von den Bergen abfallend eine dreiecksförmiges Zone. Dieses Gebiet grenzt an die Gemeinde von Santa Cruz de La Palma und San Andres y Sauces an, beschreibt eine Fläche von 35 km² und registriert 2480 Einwohner, verteilt über die Nachbarschaftsgemeinden Tenagua, Santa Lucia, San Juan de Puntallana, El Granel und La Galga. Die administrative Hauptstadt der Gemeinde, San Juan de Puntallana, befindet sich auf 420 m Höhe.

          Der Ort erstreckt sich vom Meer bis hoch zu den Bergen in einem Dreieck von fruchtbaren Boden, gesegnet durch den Wind (alisio), der die Wolken transportiert, die wiederum das ganze Gebiet mit genügend Wasser versorgen und diverse Quellen mit Wasser speisen.

          Seit uralten Zeiten wurde Puntallana als Ort mit der höchsten Getreideproduktion der Insel bezeichnet. Die Wirtschaft beruht weiterhin auf diesem primären Sektor, wobei die Monokultur der Bananen und die Viehzucht weiterhin anwachsen.

          Neun Berge ragen aus der Landschaft mit hohem botanische Wert heraus, umgeben von Steinformationen und Lorbeerwäldern. Die Einwohner haben seit Generationen gelernt von den Früchten, die ihnen die Erde liefert, zu leben. Dieses Gebiet wurde durch eine Reihe von vulkanischen Episoden  im geologischen Pleistozän verjüngt, die eine doppel-liniege Bergkette bilden, welche den Hang auf verschiedenen Höhen unterbrechen. Die Lava aus diesen Eruptionen floss zur Küste hinab und formte dort eine Plattform, die dem Ort seinen Namen gibt (punta=Spitze, larga=lang) und die das grösste in das Meer hinausragende Landstück an der ganzen Ostküste der Insel darstellt.


GESCHICHTE UND SEHENWÜRDIGKEITEN

- Schon die Berichterstatter haben diesen Ort als das 7.Königsreich unter dem Namen Tenagua hervorgehoben. Die fruchtbaren Böden und Ebenen der Gegend von Tenagua haben das Interesse der Europäer bei ihrer Ankunft angezogen, schnell wurde eine Kirche gebaut und um sie herum entstand ein Bevölkerungskern, gemischt aus den ankommenden Leuten vom Kontinent und den Angehörigen des Guanchen-Königs Atavara. So entstand der Ort Puntallana, auch wenn er erst 1818 seine Gemeindeverwaltung erhielt.

- Man kennt das genaue Datum nicht, an dem die Kirche San Juan Bautista gebaut wurde, da das Kirchenarchiv in einem Brand zerstört wurde. Es muss sich um die Zeit kurz nach der Eroberung der Insel gehandelt haben, da der im Jahr 1515 erbeute Tempel von Puntallana zu Ehren des San Juan als Pfarr- und Taufkirche erklärt wurde. Diese Erklärung wurde später durch das Königliche Dekret von Kaiser Karl V. vom 15. Dezember 1533 bestätigt.

- Puntallana war die Kornkammer der Insel bis Anfang des letzten Jahrhunderts. Das 16. und 17. Jhd. war eine Zeit von reichen Ernten an Weizen, deren Überschuss über das Meer über natürliche Buchten wie Puertotrigo (Hafen des Weizens) oder Puertopaja (Hafen des Strohs) exportiert wurde. Es gibt noch andere Namen in der Gemeinde, die sich auf die Getreide-Tradition beziehen, wie z.B. El Granel, dessen Namen von einem grossen Silo (granel) kommt, dass es an diesem Ort gab und in dem die Nachbarn den Weizen aufbewahrten.

- Der Ort erreichte die komunale Unabhängigkeit nach der Verkündung der Verfassung von 1812, in der zum ersten Mal die eigene Gemeinde genannt wird.

- Die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde ist seit jeher auch von schlechten Ernten und Hungersnot geprägt worden, die einen  Auswanderungsstrom nach Kuba und Venezuela auf der Suche nach dem Glück verursachten.

- Die Legende vom Sprung des Verliebten: Bei dem Ort dieser Legende handelt es sich um eine imposante Felswand, die sich an der Küste von La Galga, im nördlichen Teil der Gemeinde Puntallana befindet.

          Es wird gesagt, dass an diesem Ort ein Hirte lebte, der seine Herden durch die steilen Berge und tiefen Schluchten führte. Man erzählt, dass dort ein Mädchen lebte, dessen Schönheit in dem furchtlosen Schäfer eine unwiderstehliche Anziehung erweckte. Sie antwortete jedoch mit Verachtung auf die wiederholten Anfragen des Verliebten, was dazu beitrug, dass sich seine Leidenschaft für diese junge schöne Frau noch mehr entzündete. Um sich von den anhaltenden Belästigungen des Hirten zu befreien, bot sie ihm ihr Herz und ihre Hand im Tausch gegen eine gefährliche Probe an, in der Annahme, dass er diese nicht akzeptieren würde. Die Herausforderung bestand darin, dass er, um sie zur Frau nehmen zu können, sich, abgestüzt mit seiner Lanze, an der Steilwand drei Mal mit seinem Körper über dem Abgrund um seine eigene Achse drehen müsste.

          Auch wenn das Risiko der Prüfung klar war, war doch die Liebe des Hirten grösser als die Gefahr und er akzeptierte diesen einzigartigen Pakt. Zum ausgemachten Zeitpunkt und in der Anwesenheit von einigen Neugierigen ging der verliebte Schäfer an den vereinbarten Ort und rammte die Spitze seiner Lanze am Rand des Abgrundes in den Boden und war bereit den ersten Sprung zu tätigen. Im Namen Gottes! rief er und ergriff seine Lanze, die ihm als Rotationsachse diente und beschrieb mit seinem Körper einen Kreis in der Luft, bevor er wieder Fuss fassen konnte. Im Namen der Jungfrau! schrie er, als er seinen Körper ein zweites Mal über dem Abgrund drehte um wieder festen Boden unter den Füssen zu bekommen. Dann, die Vollendung der Probe sehend, die über sein Schicksal entscheiden würde, rief er: Im Namen meiner Geliebten! und stürzte seinen Körper ein drittes Mal ins Nichts, drehte einige Momente in der Luft, konnte aber nicht mehr den Rand der Klippen erreichen und fiel in das Meer.
Seit diesem Moment ist dieser Ort als „Sprung des Verliebten“ bekannt.


ANREISE:

Sie erreichen den Ortskern über die Strasse C-830; vom Hafen Santa Cruz de
La Palmas aus nach ca. 10 km, vom Flughafen aus nach ca. 18 km.


INTERESSANTE ORTE:

 

 

Strand Nogales: Dieser Strand befindet sich in einer Landschaft von einzigartiger Schönheit gebildet durch Felsen und steile Klippen. Über einen kleinen Fusspfad erreichen Sie den schwarzen Sandstrand, der unter Naturschutz steht und an dem man manchmal Meeresschildkröten beobachten kann. Vorsicht vor den starken Strömungen!

 

 

Aussichtspunkt San Bartolomé: Dieser Aussichtspunkt befindet sich neben der gleichnamigen Kapelle in der Nähe von La Galga und man hat von ihm aus eine wunderbare Sicht auf die imposante Schlucht von La Galga, sowie auf die berümte Brücke und die Häuser von San Andres y Sauces.
Auf dem Weg Richtung Santa Cruz kann man eine kurze Pause in Las Vueltas de San Juanito einlegen, von wo aus man eine eindrucksvolle Landschaft bis zur Küste der Insel hin bewundern kann.

Cardonal (Kaktushain) Martin Luis: Es handelt sich um eines der  wichtigsten Gebiete der Insel, nicht nur wegen dessen landschaftlicher Schönheit, sondern auch für die grösste Ansammlung von cardones auf der Insel. Es befindet sich neben der Strasse, die von Tenagua nach Martin Luis führt.

Cubo de La Galga: Zusammen mit dem Lorbeerwald von Los Tilos ist der Cubo de La Galga einer der wichtigsten Wälder der Insel und von einzigartiger, fast magischer Schönheit durch sein schattiges Gebüsch, dem Duft nach frischem Grün und der vielfältigen Pflanzenwelt (Tilos, Lorbeerbäume, Kastanien und besonders die grossen Farne), die auf der Suche nach der Sonne in die Höhe wächst.

 

 

 

Casa Lujan: Dieses Haus von traditioneller kanarische Architektur wurde in der Mitte des 19. Jhd. erbaut und vor Kurzem erst restauriert. Es beherbergt ein ethnografisches Museum, agroturistische Hilfsmittel und den Verkauf von landwirtschaftlichen Produkten und einheimischem Kunsthandwerk. Es handelt sich um ein Gebäude mit zwei Etagen, mit arabischen Dachziegeln gedeckt, mit hölzernen Balkonen, grossen Fenstern und einem ummauerten Innenhof. Im Jahr 1970 war es das Rathaus und beherbergte in den unteren Etagen die örtliche Grundschule.

Kirchen: Die Kirche von San Juan, im Zentrum der Gemeinde, hat seit 1515 die Kategorie einer Pfarrkirche, mit einem herrlichen barocken Altar aus goldenem Holz geschnitzt (flämische Schnitzkunst des 16. Jahrhunderts), der den Schutzheiligen beherbergt. Die Mudejar-Tradition zeigt sich im sorgfältig bemalten Holz in Blautönen.
          Neben dem Berg Centinel von Tenagua befindet sich Santa Lucia. Aus dem alten Dorfkern ragt die Kapelle hervor, die die Statue der Jungfrau von Santa Lucia aus Antwerpen, 16. Jhd. beherbergt. Sie wird von Menschen der ganzen Insel besucht, um für die Gesundheit ihrer Augen zu beten.
          Am Fusse des Berges von La Galga befindet sich die kleine Kapelle von San Bartolomé (16. Jhd.), dessen weisse Wände die "Jungfrau des Erbarmens" (Virgen de Nuetsra Señora de La Piedad) beherbergt.


FESTE:

3. MaiLa Cruz (Das Kreuz)

24. JuniSan Juan: Grösstes Fest der Gemeinde; am Vorabend kündigen die magischen Feuer die kürzeste Nacht des Jahres an.

Juli – Heiliges Herz von Jesus“ (Sagrado Corazón de Jesús) in Tenagua

24. AugustSan Bartolomé von La Galga